Schreiben zwischen den Kulturen

Schreiben zwischen den Kulturen 1
Christa Stippinger

Am Samstag, dem 13. November 2013 fand, im Rahmen der BUCHwien, die  Verleihung der Exil-Literaturpreise statt. Bereits zum 17. Mal vergab der Verlag und Verein edition exil, unter der Leitung von Christa Stippinger, Auszeichnungen und Preisgelder in der Höhe von 13.000,- Euro.

Aus über 230 Texten erging der Hauptpreis heuer an die 1985 geborene, aus der Tschechischen Republik stammende  Kateřina Černá mit ihrem Prosatext “verschifft”.

Ein Text, der persönliche Schicksale nicht auf realistischer Weise, sondern überhöht darstellt, der das Elend des Fremdseins in der Souveränität des literarischen Texts aufhebt,

so Karin Fleischanderl, Mitbegründerin der Kolik. Zeitschrift für Literatur. Die diesjährigen Juroren gehören auch zu den Entdeckungen der edition Exil: Julya Rabinowich und Grzegorz Kielawski sind die Preisträger aus den Jahren 2003 beziehungsweise 2007. Jessica Beer, vom Residenz Verlag, moderierte die Verleihung mit musikalischer Untermalung des Sinti-Jazz Trios Diknu Schneeberger. Vergeben wurden Preise in insgesamt acht verschiedenen Kategorien. Auszüge der drei Hauptgewinner Texte wurden gelesen von Silvia Meisterle, Schauspielerin am Theater in der Josefstadt.

Wie zeitgemäß ist der Begriff Exil in einem vermeintlich vereinten Europa?  Die drei Gewinner Prosatexte  von Kateřina Černá, Thomas Perle und Ljuba Arnautović schreiben vom Fremden, der Heimatwerdung oder dem Scheitern. Die Protagonisten sind geprägt von der Zerrissenheit zwischen zweier oder sogar dreier Welten. Wie unterschiedlich die Auseinandersetzungen mit den Themen Fremdsein, Anderssein, Integration, Identität sein können und wie unterschiedlich autobiographisches Schreiben aussehen kann, zeigt die zeitgleich erschienen Anthologie “preistexte 13, das buch zu den exil-literaturpreisen”. In dem Sammelband finden sich nicht nur alle Texte der Preisträger wieder sondern auch jeweils ein Hintergrundgespräch mit den Autorinnen und Autoren.

In der Kulturbranche ist der Balkan angekommen. Die Literatur ist gefragt wie nie und die Wiener Clubs feiern zu Balkanbeats. Der Alltag sieht anders aus: Die Sprache erfährt eine stetige Abwertung. Die edition exil hat es sich zur Aufgabe gemacht genau dem entgegen zu wirken . Sie legt ihren Schwerpunkt gezielt auf die Literatur- und Kulturpräsentation von Minderheiten und unterstützt Schriftsteller, die auf Deutsch schreiben, doch mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind.

Die Preise wurden überreicht von den Unterstützern und Sponsoren der edition exil: Ernst Wollner, Vorsitzender des Gemeinderatausschuss für Kultur und Wissenschaft in Wien; Herrn Mag. Thomas Blimlinger, Bezirksvorsteher des 7. Wiener Gemeindebezirkes; Mag. Urusla Berner, Vorsitzende der Kulturkommsission Neubau; Mag. Gerhard Auinger, bm:ukk Abteilung Literatur; Hans Escher und Bernhard Studlar von den Wiener Wortstätten.

anthologie: preistexte 13, das buch zu den exil-literaturpreisen “schreiben zwischen den kulturen” 2013, edition exil, wien 2013, 223 Seiten.

Veranstaltungshinweise:

edition exil entdeckt – Ekaterina Heider | Katerina Cerná | Marko Dinic

Fr, 29.11.2013 19.00 Uhr – Eintritt frei

Lesungen & Buchpräsentation im Literaturhaus Wien

Drei Preisträger/innen der exil-literaturpreise 2013 stellen ihre prämierten Texte vor und lesen unveröffentlichte Texte aus der exil-autor/inn/enwerkstatt

lesung der preisträgerInnen der exil-literaturpreise 2013

Do, 12.12.2013 20.00 Uhr – Eintritt frei

Lesung im Amerlinghaus

die autorInnen lesen aus der anthologie “preistexte13” (edition exil 2013), dem buch zu den exil-literaturpreisen 2013 mit den prämierten texten und mit interviews mit den preisträgerInnen. moderation: christa stippinger

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