Stagnierende EU-Annäherung
am Westbalkan

Worum geht es?

Die neuesten internationalen Zeitungs- und akademischen Artikel über den westlichen Balkan zeichnen ein klares aber eher dunkles Bild dieser europäischen Region. Es geht um eine Gruppe zerbrechlicher, armer und einzigartig korrupter scheiternder Staaten, die zu religiösem Extremismus neigen. Diese Gruppe von Staaten   steckt in der Kriegsrhetorik der 1990er Jahre fest. Diese werden von autoritären Politikern regiert, die eine immer größere wirtschaftliche und politische Einmischung von außereuropäischen Akteuren begrüßen: von Russland bis in die Türkei, von China bis zu arabischen Golfstaaten.

Im September 2017 kündigte Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker an, dass die EU ihre Strategie an die Region anpassen werde, um die Länder auf eine Vollmitgliedschaft in der EU bis 2025 vorzubereiten. Dieses Ziel wird von den Bürgern der westlichen Balkanstaaten sowie zumindest auf rhetorischer Ebene auch von allen Regierungen in der Region stark unterstützt. Im März 2017 bekräftigten die Staats- und Regierungschefs von 28 EU-Mitgliedstaaten ihre volle Unterstützung für die künftige Mitgliedschaft der Region. Trotz schwächerer Unterstützung der EU-Bürger. Die zukünftige EU-Erweiterung ist für mehr als die Hälfte der Bürger in 14 von 28 EU-Mitgliedstaaten nicht mehr akzeptabel.

Die Arbeitsgruppe zum westlichen Balkan wird in einer offenen und interessanten Atmosphäre stattfinden. Es werden Einblicke in den aktuellen Stand der Dinge in der Region gegeben sowie das künftige Engagement der EU in der Region angesprochen.

Zentrale Fragestellungen

  • Welche Mechanismen und Strategien verfolgt die EU derzeit hinsichtlich einer gesamtheitlichen Entwicklung des Westbalkans?
  • Inwiefern sind sowohl politische, sicherheitspolitische, wirtschaftliche und soziale Maßnahmen in diese Prozesse eingebunden?
  • Was sind mögliche Verbesserungen, die in diesem Zusammenhang in Zukunft angestrebt werden sollen?

Unser Experte zum Thema

AG-Leitung: Adnan Ćerimagić 

geboren in Bosnien-Herzegowina, arbeitet als Analyst der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI) in Berlin.

Dort erforscht er die EU-Erweiterungspolitik des Westbalkans und der Türkei. Er arbeitete im Außenministerium von Bosnien-Herzegowina und absolvierte ein Praktikum im Sekretariat des Europäischen Parlaments. Adnan studierte Rechtswissenschaften an der Universität Graz und Internationale Beziehungen und Diplomatie am Europakolleg in Brügge.

Adnan Ćerimagić

Header-Image: Flickr-User Eric Fidler, CC BY-NC 2.0: https://www.flickr.com/photos/greatphotographicon/14863645560/